Antrag: „Prädikatisierung Michelstadts als Tourismusort “ – Antrag 29.3.2022

Sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher,

die Fraktionen der SPD und der ÜWG bitten den folgenden Antrag auf die Tagesordnung der nächsten Stadtverordnetenversammlung (Typ AP, Vorberatung im Ausschuss) zu nehmen.
Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

Der Magistrat wird beauftragt, beim Regierungspräsidium Kassel einen Antrag auf Anerkennung der Stadt Michelstadt als Tourismusort zu stellen.


Begründung:

Rechtsgrundlage
Eine zum Jahresbeginn 2017 in Kraft getretene hessische Rechtsverordnung regelt die Möglichkeit und Voraussetzungen zur Anerkennung der Städte und Gemeinden als Tourismusort (Verordnung über die Anerkennung als Kur-, Erholungs- oder Tourismusort vom 24. November 2016, zuletzt geändert durch Verordnung vom 20. Juni 2018 (GVBI.S. 339)).

Anerkennungsvoraussetzungen
Die Anerkennungsvoraussetzungen (§ 2 Abs. 2 der Verordnung) lassen sich wie folgt zusammenfassen: In der Regel muss die Zahl der Gästeübernachtungen pro Jahr doppelt so hoch sein wie die Einwohnerzahl. Daneben müssen sich Tourismusorte entweder durch ihre landschaftliche Lage, durch bedeutende kulturelle Einrichtungen oder durch Naherholungsangebote auszeichnen.
Diese quantitativen und qualitativen Anforderungen erfüllt die Stadt Michelstadt zweifelsfrei. So betrugen die Gästeübernachtungen im Jahr 2019 nach der Hessischen Gemeindestatistik 2020 über 50.000. Demnach haben wir nicht nur doppelt, sondern eher dreifach so viele Übernachtungen wie Einwohner. Auch die qualitativen Kriterien erfüllt die Stadt Michelstadt als kulturelles und touristischen Zentrum des hessischen Odenwalds allemal. Zu nennen sind neben der reizvollen landschaftlichen Lage beispielsweise die historische Altstadt mit ihrem einzigartigen Rathaus und zahlreichen Fachwerkbauten, die freie Theaterszene, die Einhardsbasilika, das Schloss Fürstenau, der Eulbacher Park, das Römerbad und der Limes(wachturm).

Neue Möglichkeiten
Michelstadt bietet ein breites Spektrum an touristischen Attraktionen und sollte daher das Prädikat beantragen. Die Prädikatsbezeichnung darf im amtlichen und geschäftlichen Verkehr, etwa zu Marketingzwecken, verwendet werden. Mit der Auszeichnung wird der Stellenwert des Tourismus in der Stadt nach innen und vor allem außen bekräftigt.

Ausblick
Nach erfolgter positiver Prüfung des Antrages und der Verleihung des Prädikates als Tourismusort durch das Wirtschaftsministerium wird über die Einführung eines Tourismusbeitrags zu diskutieren sein. Im Detail kann diese Diskussion erst nach der Prädikatisierung erfolgen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Michael Hüttenberger,  Fraktionsvorsitzender SPD
Bernd Keller, Fraktionsvorsitzender ÜWG 
Felix Volk, Stadtverordneter SPD
Alexander Hahn, Stadtverordneter ÜWG